Die Geschichte der Heer Holz AG beginnt in einer Region, die seit jeher vom Holz geprägt ist. Glarus, eingebettet zwischen steilen Berghängen und dichten Wäldern, war schon immer ein Ort, an dem Menschen mit und vom Wald lebten. Holz war nicht nur Baumaterial, sondern Lebensgrundlage – für Heizung, Hausbau, Werkzeuge und später für eine ganze Wirtschaftsregion, die ihre Stärke aus der sorgfältigen Nutzung der natürlichen Ressourcen zog.
Als das Unternehmen 1989 unter dem Namen Wirth + Heer AG gegründet wurde, stand es in genau dieser Tradition. Die Gründer – erfahrene Forstleute und Unternehmer – erkannten, dass der Holzmarkt im Wandel war. Die Nachfrage nach regionalem, nachhaltig geschlagenem Holz wuchs, gleichzeitig wurde die Logistik immer komplexer. Wer im Holzgeschäft erfolgreich sein wollte, musste mehr bieten als nur gutes Material: Er musste die gesamte Kette beherrschen – vom Einschlag über die Lagerung bis zur Auslieferung.
Die ersten Jahre waren geprägt von harter Arbeit und dem Aufbau eines Netzwerks, das bis heute trägt. Forstarbeiter, Sägewerke, Transportunternehmen und Abnehmer mussten koordiniert werden. Jeder Baum, der gefällt wurde, musste zum richtigen Zeitpunkt geschlagen, schonend aus dem Wald transportiert und fachgerecht gelagert werden. Das erforderte nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Natur: Welches Holz eignet sich wofür? Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einschlag? Wie lagert man Stämme, damit sie nicht reissen oder von Schädlingen befallen werden?
Über die Jahre entwickelte sich aus Wirth + Heer AG die heutige Heer Holz AG – ein Unternehmen, das seine Wurzeln nie vergessen hat, aber stets bereit war, sich weiterzuentwickeln. Der Name änderte sich, doch die Werte blieben: Zuverlässigkeit, Qualität und ein respektvoller Umgang mit dem Rohstoff Holz.
Ein entscheidender Wendepunkt kam in den 2000er-Jahren, als die Holzbranche in der Schweiz vor grossen Herausforderungen stand. Billigholz aus dem Ausland flutete den Markt, traditionelle Sägewerke kämpften ums Überleben, und viele kleinere Forstunternehmen mussten aufgeben. In dieser Zeit bewies Heer Holz AG, wofür Schweizer Unternehmen stehen: Beständigkeit in schwierigen Zeiten. Statt auf Masse zu setzen, konzentrierte sich das Unternehmen auf seine Stärken – regionales Holz, persönliche Kundenbeziehungen und eine Logistik, die funktioniert, wenn es darauf ankommt.
Die Entscheidung, weiterhin auf Schweizer Holz zu setzen, war nicht nur wirtschaftlich, sondern auch eine Frage der Haltung. Holz aus Glarner Wäldern bedeutet kurze Transportwege, transparente Herkunft und die Gewissheit, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet wird. Jeder Stamm, der hier geschlagen wird, ist Teil eines langfristigen Waldmanagements, das nicht nur die heutige Generation im Blick hat, sondern auch die nächsten hundert Jahre.
Diese Philosophie spiegelt sich auch in der täglichen Arbeit wider. Heer Holz AG ist kein Grosskonzern mit hunderten Mitarbeitenden, sondern ein überschaubares Team, in dem jeder weiss, was zu tun ist. Die Strukturen sind klar, die Wege kurz. Wenn ein Kunde anruft und dringend Holz für ein Bauprojekt braucht, wird nicht lange diskutiert – es wird geliefert. Wenn ein Förster meldet, dass ein Sturm mehrere Bäume umgelegt hat, ist das Team vor Ort und kümmert sich um den Abtransport. Diese Art von Verlässlichkeit ist selten geworden, gerade in einer Zeit, in der vieles über zentrale Hotlines und automatisierte Prozesse läuft.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler des Unternehmens ist der Transportbereich. Holz ist schwer, sperrig und empfindlich. Es fachgerecht zu transportieren, erfordert Erfahrung und das richtige Equipment. Heer Holz AG verfügt über eigene Fahrzeuge und ein Netzwerk von Partnern, die genau wissen, wie man Stämme, Balken und Bretter sicher von A nach B bringt – sei es zu einer Schreinerei in der Region, auf eine Baustelle in der Ostschweiz oder zu einem Sägewerk im Mittelland.
Was das Unternehmen besonders auszeichnet, ist die stille Professionalität, mit der es arbeitet. Hier wird nicht gross über Nachhaltigkeit geredet – sie wird gelebt. Hier braucht es keine aufwendigen Marketingkampagnen – die Kunden kommen, weil sie wissen, dass sie sich auf Heer Holz AG verlassen können. Und hier wird nicht nach kurzfristigen Trends gearbeitet, sondern nach dem Prinzip, das schon die Gründergeneration leitete: Mach es richtig, mach es gut, und mach es so, dass es auch in zwanzig Jahren noch Bestand hat.
Heute, mehr als drei Jahrzehnte nach der Gründung, steht Heer Holz AG als Sinnbild für das, was Schweizer Handwerk im besten Sinne bedeutet: verwurzelt in der Region, verbunden mit der Natur und getragen von Menschen, die ihr Handwerk verstehen. Das Unternehmen ist kein Gigant, aber es ist stabil, zuverlässig und unverzichtbar für all jene, die auf gutes Holz und verlässliche Lieferungen angewiesen sind.
Die Zukunft sieht das Unternehmen mit Zuversicht, aber ohne Hektik. Holz wird bleiben – als Baustoff, als Energieträger, als Symbol für Nachhaltigkeit. Die Nachfrage nach regionalem, ökologisch verantwortbar geschlagenem Holz wird weiter steigen. Und in dieser Zukunft wird Heer Holz AG genau das tun, was es seit Jahrzehnten tut: den Wald bewirtschaften, Holz handeln, Transporte durchführen – und dabei den Werten treu bleiben, die es gross gemacht haben.